Mit dem Strosek Mega 30 beim Netzwerk 1 Alpine Cruising

Mit dem Strosek Mega 30 beim Netzwerk 1 Alpine Cruising

21. September 2026 0 Von oezlem

Die letzte Alpine Cruising Tour  für dieses Jahr steht an und es ist wie die Suche nach dem passenden Kleid: Mit welchem Auto fahre ich nur? Da bietet sich eine wunderbare Gelegenheit, der Strosek Mega 30. Ich darf ihn ausführen, den meerblauen Schönling, er ist der 11. von 30 und maßgeschneidert für eine grandiose Bergtour.

Ich freue mich riesig und betrachte den Mega 30 am Vorabend in der Halle. Von seiner Basis, einem Porsche 964, ist nicht mehr viel zu erkennen. Mit seinem 3,6 Liter Motor bringt er 320 PS auf die Straße. Die makellose äußere Form wirkt wie aus einem Guss, er ist ästhetisch äußerst gelungen. Gefühlt war ich bei jeder Schraube dabei, die gelöst und wieder angezogen wurde, nur habe ich den Mega 30 bisher nicht ausgiebig gefahren. Jetzt werde ich sehen, hören, spüren, was wir  gebaut haben.

Treffpunkt ist das Hotel Adler in Warth direkt am Arlberg auf einer Höhe von fast 1700 m. Ein überwältigendes Gefühl, am Fuße des Widdersteins zu stehen und sich von den imperfekten Formen der Natur hypnotisieren zu lassen. Bereits die Anreise vom Münchner Süden bis zum Arlberg ist von landschaftlicher Schönheit geprägt. Die Strecke führt über Ettal, Reutte und dem türkisleuchtenden Plansee entlang, der viele Möglichkeiten bietet, das geliebte Fahrzeug in Szene zu setzen.

Durch das göttliche Liftsystem der Vorderachse konnte ich mehrmals dunkle Schweißflecken unter den Armen vermeiden. Die Fotospots sind wunderbar nah am Wasser, jedoch mit einer hohen Kante zur Straße versehen. Das Liftsystem hebt die Vorderachse auf etwa 3 cm, genau die 3 cm die man in so einer Situation dringend braucht.

 

Beim Abendessen treffen alle Teilnehmer zusammen. Der Raum füllt sich mit kurzweiligen Porsche-Storys, amüsanten Begebenheiten und bemerkenswerten Chroniken. Eine Lady übernahm kurzerhand die Organisation einer Classic Rally auf Korsika, ein Gentleman hat seinen damaligen 935 im Museum wiedergefunden und Carsten Krome schilderte den Kampf gegen die Zeit bei den Liveübertragungen der DTM.

 

Geweckt von laufenden Porschemotoren beginnt der Tag der Haupttour. Bevor es losgeht, muss aber noch der Gipfel erklommen werden, ein kurzer Aufstieg auf 1768 m also 68 Höhenmeter in 15 Minuten, keine Meisterleistung, aber ein unglaublich schönes Erlebnis.

Nach dem Frühstück geht es los, die Teilnehmer fahren ihre Porsche aus der Garage und formieren sich vor dem Hotel. Nun wecke auch ich den Mega 30 und parke ihn neben dem gutaussehenden azurblauen Kaege Retro Cabrio. Alle Teilnehmerfahrzeuge sind einzigartig und lassen eine individuelle Geschichte vermuten. Ein 914er hat schon einiges von der Welt gesehen, ein 997 Turbo wird geliebt und wirkt wie eben aus dem Showroom gefahren, der 993 Gemballa imponiert mit seinem kräftigen Heck.

Die unzähligen Pferde unter den Hauben scharren mit den Hufen. Es geht nach Lech – Zürs – Flexenpass – Ischgl – Galtür, über die Silvretta-Hochalpenstraße nach Piz Buin zum Mittagessen und runter nach Imst. Wieder hoch auf das Hahntennjoch und weiter nach Bschlabs – Hochgau und zurück nach Warth.  Wir starten von der Höhe in die Tiefe, ins schattige Tal, und genießen die freudigen Blicke der Menschen auf der Straße. Der Mega 30 weiß sich innerorts zu benehmen. An der roten Ampel schnurrt er auf gleichmäßig dahin. Die verbauten Sport-Nockenwellen lassen das Fahrzeug im Stand leicht pulsieren, somit ist peinliches Gasgeben, um ihn am Leben zu halten, passé.

Im Flexenpass-Tunnel gibt es das erste Fotoshooting der beiden Backdates. Gewünscht wird ein Nebeneinander, ein Hintereinander und ein versetztes Beieinander. Im Tunnel entfalten sich die Lichtkegel der LED B.Lights ganz besonders. Doch der Berg ruft und wieder geht es durch einen Ort an dessen Kreisverkehr der Mega 30 Kompetenz beweist. Wenn auch die Drehzahl im zweiten Gang auf unter 1500 Umdrehungen fällt, ist das kein Grund zum Absterben. Leichtes Kupplungsspiel und raus aus dem Kreisverkehr, das macht der Mega 30 ganz souverän, ohne einen winzigsten Ruckler.

Es geht auf die Silvretta-Hochalpenstraße, jetzt öffnet sich der Blick neu: Zehntausend Tonnen grauer Fels thronen seitlich über uns, während wir auf einem feinen, grau schimmernden Streifen immer weiter Richtung Himmel fahren. Diese unerträgliche, schmerzhafte Schönheit der Alpen: Schaut man auf die Straße oder giert man nach der nächsten Kurve? Erspäht man die Kühe auf der grünen Wiese oder die Gipfel, die im Sonnenschein aussehen, als ob sie aus poliertem Edelstahl sind. Hier darf sich der Mega 30 austoben, die letzte Kehre vor dem Stausee ist besonders verlockend. Von unten kommend schalte ich den zweiten Gang und trete das Gaspedal. Der Mega 30 schwingt die Hüfte und beeindruckt mit einem starken, jedoch ungewöhnlich stabilen Antrieb. Eine eingebaute Differentialsperre in Verbindung mit einem kürzer übersetzten Getriebe sorgt für eine unmissverständliche Kraftentfaltung.
Oben auf der Bielerhöhe darf sich der Mega 30 ausruhen und sich für das Interview mit Netzwerk 1 frisch machen.
Fazit:
Ich will auch einen !
Der Mega 30 von Strosek gehört zu den ästhetisch anspruchsvollsten Backdates. Die Form der Karosserie ist fließend und ausgewogen. Mit den verbauten LED B.Lights bleibt der typische Porscheblick erhalten, wirkt jedoch mystisch neuzeitlich. Der sportlich satte Sound der Abgasanlage, identifiziert ihn als Mega 30. Das Fahren selbst ist wie mit einem Porsche jüngerer Generation, nur aufregender, authentischer und puristischer.
Es macht unglaublich viel Spass ihn zu fahren, auf dem Berg macht er eine genauso gute Figur, wie vor dem Kempinski. Er ist ein richtig guter Typ!